"Kim Jong Un besucht Milchbetrieb und gesteht Misserfolge"

Es war ein skurriles Bild, das sich zuletzt in einem Milchviehbetrieb in Nordkorea bot: Kim Jong Un, der im langen Ledermantel durch einen Stall spazierte, Kühe streichelte und Ziegen fütterte

Im letzten Monat wurde ein skurriles Bild aus Nordkorea bekannt, das den Machthaber Kim Jong Un in einem ungewöhnlichen Licht zeigt. Bei einem Besuch in einem Milchviehbetrieb trug er seinen charakteristischen langen Ledermantel und schlenderte durch die Stallanlagen. Während seines Rundgangs hatte er die Gelegenheit, Kühe zu streicheln und Ziegen zu füttern, was für viele Beobachter eine überraschende Abkehr von seinem gewohnten, autoritären Auftreten darstellt.

Die Eröffnung des neuen Milchviehbetriebs fand im September 2023 statt. Bei dieser Gelegenheit sprach Kim Jong Un vor versammelter Menge und nutzte die Chance, um über die Herausforderungen und Misserfolge seiner landwirtschaftlichen Politik zu reflektieren. Diese Offenheit ist in einem autoritären Regime wie Nordkorea bemerkenswert, wo der Führer in der Regel von Erfolg und Fortschritt spricht. Er räumte ein, dass die Erträge nicht den Erwartungen entsprachen und es erheblicher Anstrengungen bedarf, um die Nahrungsmittelproduktion zu steigern.

In einer Zeit, in der Nordkorea mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und internationalen Sanktionen aufgrund seines Atomprogramms zu kämpfen hat, ist die Landwirtschaft ein Bereich, der besondere Aufmerksamkeit erhält. Kim Jong Un betonte die Notwendigkeit, die Tierhaltung und die Milchproduktion zu verbessern, um die Ernährungssicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Dies zeigt, dass das Regime versucht, die Herausforderungen im Agrarsektor aktiv anzugehen, auch wenn Ressourcen und Technologien begrenzt sind.

Ein weiteres bemerkenswertes Detail war die Anwesenheit von hochrangigen Militärs und Regierungsbeamten während des Besuchs. Ihre Anwesenheit unterstreicht die Bedeutung, die die nordkoreanische Führung der Landwirtschaft beimisst, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Not. Kim Jong Un förderte weiterhin die Idee, dass Investitionen in die Landwirtschaft für das Überleben des Landes entscheidend sind. Die nordkoreanische Regierung hat in den letzten Jahren unabhängig von den internationalen Sanktionen versucht, ihre landwirtschaftlichen Kapazitäten aufzubauen.

Bei der Eröffnung des Milchviehbetriebs kamen nicht nur die Errungenschaften zur Sprache, sondern auch die Herausforderungen, die mit der Landwirtschaft verbunden sind. Dazu gehören der Mangel an modernen Technologien, die unzureichende Ausbildung der Landwirte und die Begrenzung der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen. Kim Jong Un forderte eine verstärkte Ausbildung der Agrararbeiter, um die Effizienz und Produktivität zu steigern.

Die Bilder von Kim Jong Un, der Tiere im Stall streichelt, wurden in einer Zeit emotionale Resonanz erzeugt. Viele Experten analysierten diesen Besuch als Teil von Kims Strategie, sich als volkstümlicher Führer zu präsentieren, der sich um die alltäglichen Bedürfnisse seiner Bürger kümmert. Ob diese Taktik tatsächlich das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen kann, bleibt abzuwarten, denn die Realität in Nordkorea ist geprägt von Hungersnöten und wirtschaftlicher Isolation.

Insgesamt war der Besuch bei dem Milchviehbetrieb ein bemerkenswertes Ereignis, das sowohl die aktuellen Herausforderungen Nordkoreas als auch die Bemühungen von Kim Jong Un widerspiegelt, die landwirtschaftlichen Bedingungen zu verbessern. Seine Offenheit über Misserfolge könnte als ein Schritt in Richtung mehr Transparenz oder als strategische Manöver verstanden werden, um die Loyalität der Bevölkerung zu sichern. Dennoch bleiben die Folgen seiner Politik ungewiss, insbesondere in einem Land, das stark von externen Faktoren und inneren Schwierigkeiten beeinflusst wird.

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