"Wiederkehr über Bildungsreformen und Widerstand"

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) spricht im Interview mit der „Krone“ über seine Reformpläne, was er vom Widerstand prominenter Köpfe gegen die Kürzungen bei Latein hält und wo Schule sich noch ändern muss

Im Interview mit der „Krone“ äußert sich Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) über seine Reformpläne im österreichischen Bildungssystem. Er erklärt, dass eine grundlegende Modernisierung notwendig sei, um die Schulen zeitgemäß zu gestalten. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Aspekte, sondern auch um die Verbesserung der Lehrinhalte und der Lernmethoden. Wiederkehr betont, dass eine Anpassung an die digitalen Herausforderungen der heutigen Zeit unerlässlich ist, um den Schülern die besten Voraussetzungen für ihre Zukunft zu bieten.

Ein zentraler Punkt seines Gesprächs ist der Widerstand gegen die Kürzungen im Lateinunterricht. Wiederkehr räumt ein, dass Latein für viele Schüler von Bedeutung sein kann, insbesondere für angehende Mediziner oder Juristen. Jedoch sieht er eine Überarbeitung der Sprachförderung als notwendig an, um den Schwerpunkt auf praktischere und gefragte Sprachen wie Englisch, Spanisch oder Französisch zu legen. Laut Wiederkehr sollte die Schule sich weniger auf traditionelle Fächer konzentrieren und mehr auf Fächer, die den Schülern in ihrem zukünftigen Berufsleben nützlich sein können.

Wiederkehr betont zudem die Wichtigkeit der individuellen Förderung. Er ist der Meinung, dass Schulen vermehrt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schüler eingehen sollten. Unterschiedliche Lernstile und -geschwindigkeiten erforderten eine personalisierte Herangehensweise. Hier sieht er die Lehrer in einer Schlüsselposition, da sie die ersten Ansprechpartner für die Schüler sind und oft die besten Einblicke in deren Entwicklung haben.

Ein weiterer Aspekt der Reformpläne betrifft die Digitalisierung der Schulen. Wiederkehr hebt hervor, dass die Ausstattung der Schulen mit moderner Technologie ein zentrales Anliegen ist. Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig digitale Kompetenzen sind. Daher ist es für Wiederkehr entscheidend, dass sowohl Lehrer als auch Schüler entsprechend geschult werden, um die Chancen der Digitalisierung voll ausschöpfen zu können.

Abschließend betont der Bildungsminister, dass Veränderungen Zeit benötigen. Wiederkehr ist sich bewusst, dass nicht jeder Reformvorschlag sofort auf Zustimmung stößt. Er appelliert jedoch an die Kritiker, sich offen auf die Diskussion einzulassen und gemeinsam Lösungen zu finden, die dem Bildungssystem zugutekommen. Eine erfolgreiche Reform erfordere schließlich die Zusammenarbeit aller Beteiligten, um ein zukunftsfähiges Bildungssystem in Österreich zu schaffen.

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